Eine Woche Zeltlager – für das Vorkommando sogar insgesamt neun Tage – liegt hinter uns. Mittlerweile sind alle wieder gesund und voller Eindrücke zu Hause angekommen.
Viele Menschen aus unseren Feuerwehren fahren seit Jahren oder sogar seit Jahrzehnten mit ins Zeltlager. Andere waren in diesem Jahr zum ersten Mal dabei. Bei den Vorbereitungen habe ich mich immer wieder gefragt: Welche Zeltlager bleiben eigentlich ein Leben lang in Erinnerung? Welche Momente sind es, an die wir uns als Erwachsene noch Jahrzehnte später erinnern? Welche Erlebnisse sorgen dafür, dass wir irgendwann sagen: „Weißt du noch, damals…?“
Aus genau diesem Gedanken entstand die Neuauflage einer Idee, die Ute Haase, damalige Gemeindejugendfeuerwehrwartin der Gemeinde Kalefeld, bereits vor mehr als 20 Jahren umgesetzt hatte: ein Zeltlager in Dorum – genauer gesagt in Dorum-Neufeld. Ein Zeltplatz direkt vor dem Deich, mit Blick auf den historischen Leuchtturm Obereversand und das Meer. Möwen kreisen über den Zelten, Kühe und Schafe grasen direkt nebenan und bis zur Nordsee sind es nur wenige Schritte – zumindest, wenn das Wasser gerade da ist.
Weil das Interesse unserer Kinder und Jugendlichen an Natur, Klima und Umwelt heute größer ist denn je, sollte genau das den roten Faden unseres Zeltlagers bilden. Gemeinsam mit Wattenpeter und Watten-Georg ging es hinaus ins Watt, auf die Suche nach Wattwürmern, Muscheln und der spannenden Frage, wo das Wasser bei Ebbe eigentlich verschwindet. Im Klimahaus konnten wir erleben, wie unterschiedlich Menschen rund um den Globus mit Dürre, steigenden Meeresspiegeln oder extremen Wetterlagen umgehen. Wir froren bei Temperaturen weit unter dem Gefrierpunkt, schwitzten im tropischen Regenwald und bekamen eindrucksvoll vor Augen geführt, wie vielfältig unsere Erde ist.
Über unseren Köpfen sorgten immer wieder die Flugzeuge vom Fliegerhorst Nordholz für staunende Blicke. Im Aeronauticum konnten wir ihnen anschließend ganz nah kommen und zugleich in die längst vergangene Welt des Graf Zeppelin eintauchen. Und wenn man schon einmal in der Nähe von Cuxhaven ist, dann gehören natürlich auch ein Besuch an der Alten Liebe und der Blick auf die Schiffe aus aller Welt einfach dazu.
Doch oft sind es gar nicht die großen Programmpunkte, die am längsten in Erinnerung bleiben. Es sind die kleinen Momente dazwischen: das Lachen bei der Essensausgabe, spontane Spiele zwischen den Zelten, ein legendärer Bingo-Abend, eine Zeltdisco mit – nach Meinung anderer Camper – eindeutig zu viel Bass oder die vielen Gespräche, die bis spät in den Abend hinein geführt wurden. Genau diese Augenblicke machen Kameradschaft aus und lassen aus einer Gruppe eine Gemeinschaft werden.
Dass all das möglich ist, verdanken wir vielen Menschen. Ein Zeltlager ist wie ein großes Puzzle, bei dem jedes einzelne Teil wichtig ist. Menschen nehmen Urlaub, betreuen Kinder und Jugendliche, organisieren Programmpunkte, übernehmen Fachbereiche, fahren Fahrzeuge, kochen, räumen auf oder kümmern sich im Hintergrund um unzählige organisatorische Aufgaben. Jeder einzelne trägt dazu bei, dass am Ende etwas entsteht, das kein Einzelner allein schaffen könnte. Dafür gebührt allen Betreuerinnen und Betreuern, Helferinnen und Helfern mein aufrichtiger Dank.
Ebenso möchte ich mich bei allen Eltern bedanken. Danke für das Vertrauen, das Sie uns entgegengebracht haben. Sie haben uns das Wertvollste anvertraut, was Sie haben – Ihre Kinder. Dieses Vertrauen ist für uns keine Selbstverständlichkeit.
In einer Zeit, in der sich nach Angaben des Statistischen Bundesamtes jede fünfte Person keinen einwöchigen Sommerurlaub leisten kann, zeigt sich einmal mehr, welchen Wert ehrenamtliches Engagement hat. Es schafft Erlebnisse, Freundschaften und Erinnerungen, die man nicht kaufen kann.
Ja, wir sind müde. Sehr müde sogar. Aber wir wissen alle, warum. Wir haben gemeinsam Kindern und Jugendlichen eine unvergessliche Woche ermöglicht. Vielleicht eine Woche, an die sie sich noch viele Jahre erinnern werden. Vielleicht eine Woche, über die sie irgendwann selbst sagen: „Weißt du noch, damals in Dorum?“
Mit großem Stolz auf alle Beteiligten danke ich herzlich für das Vertrauen in unser Abschnittszeltlager, für jede Form der Unterstützung und für den großartigen Einsatz aller, die diese Woche möglich gemacht haben.
Ich wünsche Ihnen und Euch einen wunderschönen Sommer – und freue mich schon jetzt auf das nächste gemeinsame Abenteuer.
Herzlichst,
Konstantin Mennecke, stellvertretend für alle Betreuerinnen und Betreuer





















